Mario Kunasek & Claudia Schönbacher:

Tierheime brauchen mehr Unterstützung des Landes – Finanzprobleme dürfen nicht auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden!

Steirische Tierheimbetreiber kündigen Verträge mit dem Land Steiermark ab 2023; Freiheitliche sehen zuständigen Landesrat in der Pflicht, mehr finanzielle Mittel für den Tierschutz sicherzustellen.

Bereits seit Jahren üben steirische Tierschutzvereine Kritik an den unzulänglichen Finanzmitteln des Landes Steiermark, das gesetzlich dazu verpflichtet ist, für den Schutz der Tiere, deren Leben und Wohlbefinden zu sorgen. Hierfür bedient sich das Land bekanntlich privater Tierschutzvereine. Fünf dieser Vereine – konkret die Arche Noah in Graz, das Franziskus Tierheim in Rosental a.d. Kainach, das Tierheim Trieben, jenes in Kapfenberg und der Adamhof in Straß – kündigten nun deren Verträge mit dem Land Steiermark per 1. Jänner 2023. Hauptkritikpunkt: Die vom Land Steiermark bezahlten Leistungsentgelte für den Betrieb der Tierheime, die Unterbringung abgenommener Tiere und Streuner, seien nicht annähernd kostendeckend. Bisher konnte man sich mittels Spenden über Wasser halten, das enorm einbrechende Spendenaufkommen in Zeiten der massiven Teuerungswelle mache dies nun allerdings unmöglich. Ohne zusätzliche Finanzmittel des Landes könne der Betrieb der Tierheime nicht mehr aufrechtgehalten werden, machten die besagten Vereine im Rahmen einer gestern stattgefundenen Pressekonferenz aufmerksam. „Die Kündigung der Tierheim-Verträge mit dem Land ist ein lautes Warnsignal. Seit Jahren machen die steirischen Tierheimbetreiber auf die prekäre Situation aufmerksam, das Land und insbesondere das fachlich zuständige Regierungsmitglied Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang sahen sich bisher scheinbar nicht in der Pflicht, zeitgerecht mit entsprechenden Finanzmitteln auf den Hilferuf der Betreiber zu reagieren. Es war leider nur eine Frage der Zeit, wie lange die offensichtliche Unterfinanzierung des Landes gut geht. Die massive Teuerungswelle machte auch nicht vor den Tierheimen Halt, weswegen es eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel benötigt. Der angekündigte ‚Teuerungsausgleich für Tierheimbetreiber‘, welcher just einen Tag vor der Pressekonferenz der Tierschutzvereine vom zuständigen SPÖ-Landesrat angekündigt wurde, kam wohl zu spät und gleicht ohnehin nur einem Tropfen auf dem heißen Stein“, so FPÖ-Tierschutzsprecher und Klubobmann Mario Kunasek, der ein zukunftstaugliches Modell einfordert. „Es muss nun ein neues, zweckdienliches und den Anforderungen unserer Zeit entsprechendes Finanzierungsmodell zwischen den Tierheimbetreibern und dem Land Steiermark ausgearbeitet werden – hier sehe ich eindeutig Anton Lang als zuständiges Regierungsmitglied am Zug. Schutzbedürftige Tiere dürfen jedenfalls nicht länger die Leidtragenden dieses offensichtlichen Finanzproblems sein!“

FPÖ-Schönbacher: „Gemeinsame Lösung zur Finanzierung von Tierheimen ist unabdingbar – es geht darum, Tierleid zu verringern!“
Die Grazer Tierschutzstadträtin und FPÖ-Stadtparteiobfrau Claudia Schönbacher ist über die aktuelle Situation äußerst besorgt: „Funktionierende Tierheime sind ein unerlässlicher Bestandteil, wenn es darum geht, Tierleid zu reduzieren und einen verantwortungsbewussten Tierschutz zu vertreten. Besonders in einem Ballungsraum wie Graz braucht man einen entsprechenden Platz für Tiere, die abgegeben oder oftmals aus behördlichen Gründen auch abgenommen werden müssen. Die aktuelle Teuerungswelle führt dazu, dass die Notwendigkeit noch weiter steigt, da sich immer mehr Menschen die Verpflegung ihrer Haustiere plötzlich einfach nicht mehr leisten können. Besonders das Tierheim Arche Noah spielt für Graz eine zentrale Rolle. Unzählige Katzen, Hunde und andere Tiere werden dort Jahr für Jahr aufgenommen und versorgt. Ich appelliere daher, sich im Sinne des Tierwohls an einen Tisch zu setzen, gemeinsam eine Lösung zu finden und die Finanzierung der Tierheime ein für alle Mal sicherzustellen!“

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