FPÖ-Kunasek:

Kritik an ASFINAG-Entscheidung zur Plabutsch-Umleitungsröhre!

Land sucht Gespräch mit Bundesminister

Die Absage von ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl an eine Umleitungsröhre für die geplante Sanierung der Plabutsch-Röhren wird vom Land Steiermark klar zurückgewiesen.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die ASFINAG eine vorausschauende Lösung wie eine zusätzliche Umleitungsröhre für die Sanierung der beiden Plabutschtunnel-Röhren ablehnt. Gerade bei einem so wichtigen Verkehrsknoten braucht es langfristige und belastbare Konzepte – nicht nur für die anstehende Sanierung, sondern auch für künftige Arbeiten und Störfälle. Die geplante Umleitung eines erheblichen Teils des Verkehrs durch Graz stellt eine unzumutbare Belastung für Anrainer und Pendler dar. Wir werden diese Entscheidung daher auf Bundesebene mit Nachdruck thematisieren und den Austausch mit Minister Peter Hanke suchen, mit dem wir ein gutes Einvernehmen haben”, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek.

„Als Land versuchen wir weiter geschlossen den Bund zu überzeugen, dass konkrete Planungen für eine Umleitungsröhre umgehend eingeleitet werden. Wir dürfen nichts unversucht lassen, damit die Bevölkerung von Graz und dem Umland über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren nicht massiv belastet wird. Es ist unverständlich, dass die ASFINAG nicht einmal den Versuch zur Ermöglichung und Realisierung einer Umleitungsröhre unternimmt, indem sie Planungen dazu durchführt”, unterstreicht Verkehrslandesrätin Claudia Holzer.

Um die Bedeutung des Projekts zu unterstreichen, wird derzeit ein Gesprächstermin mit Bundesminister Peter Hanke koordiniert. Daran sollen unter anderem Landeshauptmann Mario Kunasek und Landesrätin Claudia Holzer teilnehmen.

Was bisher geschah:

Die ASFINAG startete 2023 eine Variantenuntersuchung zur Sanierung der A9-Plabutsch-Röhren, begleitet von Experten des Landes und der Stadt. Bereits 2024 wurde die Option einer dritten Röhre ohne konkrete Planung verworfen – mit der Begründung, dass Umsetzung und Genehmigung nicht rechtzeitig möglich seien.

Ende 2024 fiel schließlich die Entscheidung, die beiden bestehenden Röhren nacheinander zu sanieren und dabei jeweils eine zu sperren. Mehr als die Hälfte des Verkehrs soll währenddessen durch das Grazer Stadtgebiet umgeleitet werden – mit befürchteten massiven Staus.

Das Land reagierte mit einer eigenen Machbarkeitsstudie durch die TU Graz, die zu dem Ergebnis kommt, dass eine Umleitungsröhre grundsätzlich realisierbar ist.

Kritik gibt es auch an der wirtschaftlichen Bewertung: Die ASFINAG weist für ihre Variante jährliche Staukosten von rund 140 Millionen Euro aus, hat jedoch keinen Vergleich mit der vom Land und der Stadt bevorzugten Lösung angestellt.

Ungeachtet dessen wollen Land, Stadt und ASFINAG weiterhin zusammenarbeiten, um die Auswirkungen möglicher Ausweichverkehre bestmöglich abzufedern.

 

Zurück

Ähnliche

Themen