Eva-Maria Kroismayr-Baier & Florian Wernbacher:

Ledersprung muss als gewachsene Tradition gemeinsam mit allen Beteiligten erhalten bleiben!

Freiheitliche kritisieren einseitige Kündigung des „Ledersprungabkommens“ durch das Rektorat der Montanuniversität Leoben – Vielfalt der Wissenschaft muss auch traditionell gewachsene Strukturen umfassen, Boykott würde Wirtschaftsstandort Leoben schaden.

Mit einem knappen Schreiben hat Rektor Peter Moser den zwölf Korporationen an der Montanuniversität Leoben die Kündigung des „Ledersprungabkommens“ mit sofortiger Wirkung mitgeteilt. Damit sind die Studentenverbindungen und Burschenschaften, die bisher abwechselnd als Mitveranstalter des traditionellen Aufnahmeritus in den Bergmannsstand auftraten, aus der Organisation des Ledersprungs ausgeschlossen. „Diese Entscheidung ist sehr bedauerlich. Die Vielfalt der Wissenschaft und des universitären Lebens darf sich nicht nur auf ausgewählte Gruppen beschränken. Sie muss auch dann Gewicht haben, wenn es darum geht, die traditionell gewachsenen Strukturen der Studentenverbindungen zu erhalten, die das akademische Leben in Leoben über Generationen mitgeprägt haben. Wer von Offenheit und gegenseitigem Respekt spricht, sollte nicht gleichzeitig langjährige Partner per Schreiben vor die Tür setzen“, kritisiert FPÖ-Wissenschaftssprecherin LAbg. Eva Maria Kroismayr-Baier. Auch das vom Rektorat angeführte Ziel, den Ledersprung künftig als inklusives Gemeinschaftserlebnis zu gestalten, geht aus freiheitlicher Sicht an der gelebten Praxis vorbei. „Der Ledersprung stand schon bisher allen Studienanfängern offen – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Auch Frauen sind selbstverständlich über das Leder gesprungen. Die Vielfalt, die man nun angeblich erst herstellen will, war längst gegeben“, ergänzt Leobens FPÖ-Vizebürgermeister Florian Wernbacher. Besorgt zeigt sich Wernbacher zudem über die möglichen Folgen für die Stadt, da aus den Reihen der Korporationen bereits über einen Boykott oder sogar eine Gegenveranstaltung nachgedacht wird. „Der Ledersprung rund um den Barbaratag bringt jedes Jahr zahlreiche Gäste nach Leoben. Davon profitieren unsere Hotels, die Gastronomie und viele heimische Betriebe. Kommt es durch die einseitige Auflösung der Vereinbarung zu einem Boykott, schadet das nicht nur der Veranstaltung, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort“, warnt Wernbacher. „Statt Fakten im Alleingang zu schaffen, braucht es jetzt den Dialog. Das Rektorat ist gefordert, gemeinsam mit der ÖH und allen Korporationen an einen Tisch zurückzukehren und eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Der Ledersprung lebt vom Miteinander – genau dieses Miteinander muss auch bei seiner Zukunft im Mittelpunkt stehen“, sind sich Kroismayr-Baier und Wernbacher abschließend einig.

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